Jubiläumsjahr 2003: Die Staffel steht in der Bewährung

Jahreshauptversammlung in Würzburg: bereits über 70 Brände durch Staffel gemeldet.

Zur Vorbereitung der Jahreshauptversammlung hatte sich das Präsidium der Staffel bereits am Freitag zu einer Sitzung getroffen. Neben der Entgegennahme aktueller Einsatzberichte aus den Flugbereitschaften wurden weitere Veranstaltungen des Jubiläumsjahres geplant: Empfang der Staatsregierung auf der Burg in Nürnberg, LBO-Grundlehrgang in Würzburg und Fortbildungslehrgang für LRSt-Personal in Geretsried. Locker und fröhlich ging es am Abend zu.

Auf Einladung der Weinbauvereinigung Güntersleben war das Präsidium (mit Damen) Ehrengast bei der ersten öffentlichen Weinprobe der Vereinigung. Nach einer guten fränkischen Brotzeit ließen sich sogar überzeugte Weißbiertrinker vom "Charme" des Frankenweins überzeugen und rückten von ihrem Nationalgetränk ab. Herzlichen Dank dem Initiator dieses Abends, Kamerad Hermann Stieber von der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg.

Während sich die Versammlungsteilnehmer noch auf der Anfahrt, bzw. dem Anflug nach Würzburg befanden, war das Präsidium in die "gute Stube", den Ratssaal des Rathauses der Stadt Würzburg eingeladen.

Bürgermeister Dr. Bauer, erster Vertreter der Oberbürgermeisterin, empfing die Delegation. Nachdem die Geschichte der Stadt in Bildern an den Wänden des Sitzungssaals nachgezeichnet ist, war es Dr. Bauer sehr anschaulich möglich, in die Stadtgeschichte einzuführen. Sein Dank sprach er für die Leistungen der LRSt aus und bezog die Vertreter der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg mit ein, die sich um die Ausbildung der Luftbeobachter verdient machen. Trotz größter Finanzknappheit unterstützt die Stadt Würzburg die Luftbeobachtung: in jeder Schicht ihrer Berufsfeuerwehr gibt es mindestens zwei ausgebildete Luftbeobachter!
 

Pünktlich um 13.15 Uhr konnte Präsident Karl Herrmann sen. die Jahreshauptversammlung mit Dank an das Vorbereitungsteam, an der Spitze Flugbereitschaftsleiter Bernd Große, eröffnen. Nach dem Totengedenken (stellvertretend für alle verstorbenen Kameraden gedachte die Versammlung des Ehrenmitglieds Ministerialdirigent a. D. Dr. Hellmut Oehler, der im März verstorben war) hatte er die angenehme Aufgabe, im Beisein der Ehrengäste u.a. Karl Binai (Vors. Landesfeuerwehrverband), Uli Braune (LVB) Axel Häger (Direktor der Staatlichen Feuerwehrschule) Ehrungen vorzunehmen.

Mit der "Silbernen Ehrennadel" der Luftrettungsstaffel wurden Wolfgang Raps (Regierung von Unterfranken) und Hermann Stieber (Staatliche Feuerwehrschule, Würzburg) ausgezeichnet.
Mit der Verdienstmedaille in Bronze, die an Wilhlem Kohlmann vergeben wurde, ehrte die Staffel einen Mann aus dem LBO-Ausbildungsteam der Feuerwehrschule. Seit 1978 hatte Kohlmann, engagiert und erfolgreich, mit der Staffel in der LBO-Ausbildung zusammengearbeitet, bevor er nun in den Ruhestand getreten ist.

Routinemäßig war der weitere Ablauf der Hauptversammlung. Finanziell auf gesunder Basis, erfolgreiches Engagement aller Flugbereitschaften in Überwachung und Ausbildung, eine schlagkräftige Institution! So kann sich die Staffel den Herausforderungen des laufenden Jahres stellen!

Wie die aktuelle Einsatzstatistik zeigt, steht die Luftrettungsstaffel in einem Jahr der besonderen Bewährung:
Waren es im vergangenen Jahr die Hochwasserkatastrophen, die den Einsatz der Staffel erforderlich machten und kaum Anlass zu vorbeugenden Waldbrandüberwachung gegeben war, so zeigt sich die Situation momentan total verändert: seit Wochen kaum Niederschläge, trockene Winde aus östlichen Richtungen und wachsende Waldbrandgefahr. So ist es kein Wunder, dass unter diesen Umständen die Flugzeuge der Luftrettungsstaffel mit Luftbeobachtern besetzt, über dem Freistaat nach Rauchwolken Ausschau halten. In allen Regierungsbezirken war "Vorbeugende Waldbrandüberwachung " angeordnet worden, wussten die Flugbereitschaftsleiter zu berichten.

Die Luftbeobachtungsteams waren dabei äußerst erfolgreich: 74 Brände wurden gesichtet, angeflogen , geortet und kontrolliert. Dabei wurden neben einem Häuser- zwei KFZ-Bränden auch zehn Flächen- und neun Waldbrände entdeckt. Situationsgerecht wurden nach der Alarmierung der Bodenkräfte weitere Unterstützungsmaßnahmen aus der Luft getroffen: führen der Einsatzfahrzeuge, Anfertigung von Lageskizzen für die Örtliche Einsatzleitung, Nachkontrolle gelöschter Waldflächen, schnelle Klärung der Schadensituation.

Mehr als 200 Stunden waren die Staffelflugzeuge dabei in der Luft. Damit liegen die Einsatzstunden in diesem Jahr bereits weitaus höher als im langjährigen Jahresmittel (120 Einsatzstunden), obwohl ein heißer Sommer noch bevorstehen kann. LRSt-Präsident Karl Herrmann versicherte, dass sich die Pilotinnen und Piloten der Staffel zusammen mit den Staatlichen Luftbeobachtern durchaus in der Lage sehen, auch bei weiteren Trockenperioden , Bayern flächendeckend aus der Luft zu überwachen. Unterstützt werden sie bei dieser Aufgabe durch freiwillige, unbezahlte Überwachungsflüge der Einsatzpiloten von 32 Stützpunkten der Staffel. Im letzten Jahr summierten sich diese Flüge auf 6618 Stunden im Dienste der Allgemeinheit, zum Schutz von Mensch und Natur.